Von der Puppendame zum Puppenkind
Die abgebildete Staatsdame rechts trägt ihren Namen sichtlich zu Recht. Sie wurde um 1880 in Sonneberg hergestellt. Der Kopf des Puppenkindes daneben ist aus Porzellan, sein Körper besteht aus Papier-
maché. Beide verdeutlichen, wie sich seit dem ersten Jahrzehnt des 20. Jh., entsprechend veränderten Zeitauffassungen, allmählich das Aussehen der Puppe vom Erwachsenen-Abbild hin zur kindlichen Darstellung wandelte. Schon ab 1830 wurde Porzellan für die Herstellung von Puppenköpfen und Puppenkörperteilen verwendet.
Seit dem ausgehenden 19. Jh. fand auch Zelluloid Eingang in die Puppenherstellung. Neben Käthe-Kruse- und Schildkröt- Puppen sind detailreiche Puppenhäuser aus dem 19. und 20. Jahrhundert als Zeugnisse des Lebens dieser Zeit zu sehen.