Wie Kinder in Sonneberg lebten
Die Herstellung von Spielzeug in Sonneberg und seinem Umland erfolgte vorwiegend in Heimarbeit. Der Arbeitstag war häufig mehr als zwölf Stunden lang und trotz fleißiger Arbeit lebten die Heimarbeiter in großer Armut. Und wenn es viel Arbeit gab, mußten auch die Kinder mit für den Unterhalt der Familien sorgen und nach der Schule in der Arbeitsstube helfen, Spielzeug zu fertigen.
Die Arbeit bestimmte den Tagesablauf der Kinder. In verschiedenen Dioramen und anhand zeitgeschichtlicher
Dokumente wird diese Situation dem Besucher nahegebracht. Besonders schwer war die Herstellung von Papiermaché - Artikeln, wie sie links der Bildausschnitt aus einem Diorama zeigt. Die Masse aus Papier, Wasser und Leim mußte in Holztrögen von den Kindern geknetet werden, um für die Formung der Puppenteile geeig-
net zu sein. Die fertige Masse wurde dann in Gipsformen gedrückt, daher auch die Bezeichnung "Drückerstube".