Bruno Taut: Glasbaukasten
„Das Licht will durch das ganze All
Und ist lebendig im Kristall.“
"Das Glas bringt alles Helle
Verbaut es auf der Stelle"
„Ohne einen Glaspalast
Ist das Leben ein Last“
(Paul Scheerbart: Sprüche für das Glashaus,1914)


Einen Glaspalast aus dem Baukasten, entworfen von Bruno Taut (1898-1938), das Deutsche Luxfer-Prismen-Syndikat Berlin produzierte ihn ab 1920/21. Sechs Jahre zuvor hatte Luxfer u. a. die innere Kuppelverglasung von Tauts gläsernen Hauses in Köln ausgeführt. Das Glashaus des jungen Architekten hatte auf der Deutschen Werkbund Ausstellung 1914 für Aufsehen gesorgt. Die Diskussion um das Gebäude war kontrovers. Der Pavillon, ein vierzehnseitiges Prisma, das in eine leicht zugespitzte Kuppel überging, war aus Glas und Eisenbeton errichtet. Er ging weit über das hinaus, was man bisher in der Architektur gesehen hatte. Das Spiel von Licht und Farben im Inneren fasziniert die Besucher. Zeitgenossen sprachen von dem: „strahlenden Feeenglanz, dem kaleidoskopischen Märchenzauber“. Das Glashaus diente als Reklamepavillon der Glasindustrie und Versuchsbau. Bruno Taut verwirklichte aber auch seine Vision der Glasarchitektur: „ein Gewand für die Seele zu bauen“.
Noch während der Ausstellung brach der Erste Weltkrieg aus. Der überzeugte Pazifist Taut verweigerte den Kriegsdienst. Das Glashaus überstand den Krieg, wurde aber 1922 abgebrochen. In den 1920er Jahren widmete sich Taut dem Wohnungs- und Städtebau. Über 10.000 Sozialwohnungen entstanden unter seiner Regie. 1933 emigrierte er aus dem nationalsozialistischen Deutschland und starbt 1938 im türkischen Exil.
Inv.Nr. 59/449
Glasbaukasten: DANDANAH
Entwurf: Bruno Taut 1920/21
Erfindung: (Glasbausteine) Blanche Mahlberg 1920
Hersteller: Luxfer - Prismen Gesellschaft Berlin, 1927